Was ist es
Der Abschluss des Tages in wenigen Minuten. Was war gut, was darf gehen, wofür bist du dankbar — und am Ende eine Geste, bei der du den Finger ein paar Sekunden hältst, während der Bildschirm langsam dunkler wird. Kein Knopf, der springt. Ein Schließen, das man spürt.
Dienstag, 30. August
Guten Abend
- 1Der schöne MomentEiner reicht
- 2Was darf gehenHierlassen, nicht mitnehmen
- 3DankbarkeitDrei Zeilen
Der Bildschirm wird dunkler, solange du den Finger hältst.
Das Problem, das es löst
Der Tag hört nicht auf, nur weil du ins Bett gehst.
Man liegt im Dunkeln, und der Tag läuft weiter: das Gespräch, das schiefging, die Mail, die noch offen ist, die Frage, ob man zu scharf war. Ohne einen Punkt am Ende gibt es keinen Ort, an dem das aufhört — also übernimmt der Kopf, und zwar in der Stunde, in der er am wenigsten dafür geeignet ist.
So sieht die Lösung aus
Ein Ort, an dem der Tag abgelegt wird, bevor der Kopf ihn mit ins Bett nimmt.
- 1Der schöne Momenteiner reicht, auch ein kleiner.
- 2Was darf gehenaufschreiben heißt hier: hierlassen.
- 3Dankbarkeitdrei Zeilen, andere Frage als morgens.
- 4Die Halte-Gesteein paar Sekunden Finger auf dem Schirm, während es dunkel wird.
Warum das wirkt
Der Dankbarkeitsteil ist der am besten untersuchte Baustein der ganzen App. Emmons und McCullough ließen Menschen über Wochen wöchentlich notieren, wofür sie dankbar sind; die Gruppe berichtete mehr Wohlbefinden und weniger körperliche Beschwerden als Vergleichsgruppen. Seligman und Kollegen prüften die Übung „drei gute Dinge“ in einer randomisierten Online-Studie und fanden noch nach sechs Monaten Unterschiede. Der Rest des Ablaufs — das Loslassen, die Halte-Geste — hat keine eigene Studienlage; er steht dort, weil ein Abschluss ohne Körpergefühl kein Abschluss ist.
- Emmons & McCullough (2003): Counting Blessings Versus Burdens. Journal of Personality and Social Psychology 84(2).
- Seligman, Steen, Park & Peterson (2005): Positive Psychology Progress. American Psychologist 60(5).