Was ist es
Eine leere Seite pro Tag. Kein Format, keine Frage, kein Limit. Du kannst heute schreiben, gestern nachtragen oder im Juni etwas ergänzen. Was dort steht, gehört zu diesem Tag und taucht später im Rückblick, im Wochenbrief und im Jahrbuch wieder auf.
30. August
Journal
Heute war der erste Tag seit Wochen, an dem ich nicht schon beim Aufwachen an die Übergabe gedacht habe. Es hat gereicht, dass ich gestern Abend aufgeschrieben habe, was mich beschäftigt.
Mittags im Park gesessen. Zwanzig Minuten. Mehr war nicht nötig
Wird gespeichert, während du tippst. Auf deinem Gerät.
Das Problem, das es löst
Was im Kopf kreist, hört nicht auf zu kreisen, solange es im Kopf ist.
Gedanken, die sich wiederholen, sind selten dabei, sich zu lösen. Sie drehen dieselbe Runde, weil nichts sie festhält. Und der Moment, in dem man schreiben würde, ist meistens der, in dem man kein Notizbuch dabei hat und kein leeres Dokument aufmachen will.
So sieht die Lösung aus
Ein Feld, das immer da ist, immer leer, und nie eine Erwartung stellt.
- 1Auf dem Startbildschirm auf „Journal“ tippenzwei Griffe.
- 2Schreiben. Es wird gespeichert, während du tippst.
- 3Über den Kalender zu jedem anderen Tag springen, vor und zurück.
- 4Späterderselbe Text im Wochenbrief, im Jahreskreis, im Jahrbuch.
Warum das wirkt
Das ist der Teil der App mit der breitesten Forschungsgrundlage. James Pennebaker hat seit den 1980er-Jahren in zahlreichen Experimenten gezeigt, dass Menschen, die über belastende Erfahrungen schreiben — oft nur an drei bis vier Tagen, jeweils fünfzehn bis zwanzig Minuten —, danach messbar besser dastehen als Vergleichsgruppen, die über Alltägliches schrieben: weniger Arztbesuche, bessere Stimmungswerte. Die Effekte sind nicht riesig und nicht bei jedem gleich, aber sie sind über viele Replikationen hinweg stabil. Wichtig dabei: Es wirkt das Schreiben, nicht das Zeigen. Deshalb liegt das Journal auf deinem Gerät und nirgends sonst.
- Pennebaker & Beall (1986): Confronting a traumatic event. Journal of Abnormal Psychology 95(3).
- Frattaroli (2006): Experimental disclosure and its moderators — Meta-Analyse über 146 Studien. Psychological Bulletin 132(6).