Was ist es
Ein Ort für Träume, mit einem besonderen Weg für Albträume: Du schreibst auf, was war, suchst den Punkt, an dem es kippt, und erzählst von dort aus eine neue Version. Abends prägst du sie dir noch einmal ein. Wer möchte, lässt sich ein Bild dazu erzeugen — das sich auf Wunsch vor den Augen wieder auflöst.
Traumfänger
Nacht auf den 30. August
Ich stehe im Flur und die Tür geht nicht auf.
Der Moment, in dem ich merke, dass niemand kommt.
Ich drehe mich um. Hinter mir ist ein Fenster, das offen steht.
Abends noch einmal durchgehen. Das ist der Teil, der wirkt.
Das Problem, das es löst
Ein Traum ist in fünf Minuten weg. Ein Albtraum bleibt Wochen.
Beides ist ein Problem, aber ein sehr unterschiedliches. Träume verblassen so schnell, dass man sie fast nie festhält. Albträume dagegen wiederholen sich, oft über Monate, und wer sie hat, geht mit einem mulmigen Gefühl ins Bett — was das Ganze verstärkt.
So sieht die Lösung aus
Für Träume ein schnelles Feld. Für Albträume ein Verfahren.
- 1Aufschreiben, was warnoch im Bett, in Stichworten.
- 2Den Wendepunkt markierenWo kippt es?
- 3Ab dort neu erzählen. Du bestimmst, wie es ausgeht.
- 4Abends die neue Version noch einmal durchgehen.
Warum das wirkt
Das ist die Funktion mit der stärksten Evidenz in der ganzen App. Das Verfahren heißt Imagery Rehearsal Therapy: Der Albtraum wird im Wachzustand umgeschrieben und die neue Fassung tagsüber wiederholt vorgestellt. Krakow und Kollegen zeigten in einer randomisierten kontrollierten Studie mit Frauen nach sexueller Gewalt deutliche Rückgänge bei Albtraumhäufigkeit und posttraumatischer Symptomatik. Die American Academy of Sleep Medicine führt IRT in ihren Positionspapieren als empfohlene Behandlung bei Albtraumstörung. Die App bildet den Ablauf nach — sie ersetzt aber keine Behandlung, und bei schwerer Belastung gehört das in fachliche Hände.
- Krakow et al. (2001): Imagery Rehearsal Therapy for Chronic Nightmares in Sexual Assault Survivors with PTSD. JAMA 286(5).
- Morgenthaler et al. (2018): Position Paper for the Treatment of Nightmare Disorder in Adults. Journal of Clinical Sleep Medicine 14(6).